Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Käthe Hadlich an Eduard Spranger, 18. März 1911 (Mannheim, Postkarte)


Mannheim, 18.3.11
Jedesmal, wenn ich die Adresse schreibe denke ich jetzt wie bald das nun zum letztenmal geschehen wird u. was es dann um Sie aussehen wird! Nun, ich sehe mir das ja dann bald an. Für Ihren lieben Brief, der mich früh überraschte, vielen Dank. Ich hatte garnicht auf Nachricht gerechnet, <unleserl.> glaubte, <unleserl.> wie Sie mal sind, Sie dächten, ich könne schreiben.
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| Vor Sonntag ist das aber nicht möglich u. drum will ich nur <unleserl.> diesen Gruß voran schicken. Ich liebe übrigens Karten nicht im mindesten, sie sind aber doch besser als nichts! – <3–4 Wörter unleserl.>: außer den Stunden allerlei Besuch: Moellendorff, ein gemütlicher Kaffee zu 5, Frl Müller heut zu einem Spaziergang <1–2 Wörter unleserl.> Es geht mir gut und ich freue mich auf Ostern. Natürlich besonders auf Rostock u. Stettin!! – ? Wie wäre es, wenn ich am 4. in Berlin einträfe? Da können Sie mich wohl garnicht brauchen? – Aenne ist wieder ganz gesund u. wir leben sehr zufrieden. Ich habe noch viel zu tun bis ich reise, u. die Zeit geht schnell. Aber ich habe es doch nicht gern, wenn Sie mich mit merkwürdigen Nachrichten aufs Mündliche vertrösten. Das wird dann leicht vergessen. Viele herzliche Grüße, auch an Ihren Vater. KH