Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 20. Januar 1912 (Leipzig), Postkarte


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20.I.12.
Liebe Freundin! Ich hoffe bestimmt, morgen Nachricht zu erhalten, ob Sie in H. gut eingetroffen sind, wie Sie alles gefunden haben u. ob Sie in den Port des Friedens auch wieder eingelaufen sind. Hoffentlich haben Sie die große Kälte gut überstanden; riß einem zu Zeiten den Kopf ab. Aber Befinden dabei trotz Klappern prächtig. Ich war seit Ankunft hier ununterbrochen tätig, nur 1 Abend fort. Die große Flutwelle kommt noch. Denn bisher war weder Diss noch mündl. Examen. 26.I. Kostümfest (leider) der Professorenschaft. 28.I. Bibiliotheksumstellung. 3. 4.II. Berlin. 5. u. 6.II. eingeladen etc. Kollegs u. Übungen ausgezeichnet in Gange, da ich Zeit hatte, dafür zu arbeiten. Nur 1 großen Ärger hatte ich mit den Paulsenaufsätzen. Der Mensch, der R. P. hat sie nicht einmal richtig chronologisch angeordnet. Nun ist die Sache gedruckt
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| und falsch. Auch sonst hat er liederlich gearbeitet. Wenn die Sache nur erst ein Ende hätte. - Wir stehen hier im großen Kampf. Eben war ich Stichwählen. Jetzt gleich holt mich ein Grieche ab, zum Spaziergang auf Leipzigs herrliche Fluren. Morgen Mittag bei Volkelt. In den Zwischenzeiten bewegen mich systematische Ideen, aber ich habe keine Zeit, sie reifen zu lassen, obwohl sie sehr wichtig sind. Alle guten Wünsche u. innige Sonntagsgrüße E.