Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 18. Februar 1912 (Leipzig) Postkarte


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Bahn Chemnitz - Leipzig 18.II.12. ab 9 Uhr
L.Fr! Ein herrlicher Frühlingstag, Bärenhitze wie einst in Loschwitz, zu Fuß v. Neustadt nach Schloß. 30 Honoratioren in 1 Saal, ich Nr. 10. S.M. in einfacher Generalsuniform. Oberhofmarschall; der ao. Prof. S. aus L. E. Ich möchte Erw. Majestät m. untertänigsten Dank sagen für die Ernennung zum Pr. - S. M: So, in welcher Fakultät sind Sie'n da? E. In der phil.- S. M.
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| Worüber lehren Sie denn? - E. Über Phil. u. Päd. - S.M. (laut, aber fast unverständlich) Sind aber doch schon lange an unsrer Universität? - E. Nein, Maj., ich komme v. Berlin, ich war dort Privatdozent. - S. M: Aha, von Berlin. Haben Sie viele Hörer? - E. Ich bin zufrieden, Erw. Maj. - S. M: So, sind zufrieden. - / Nächste Std./ Auf dem Markt Militärmusik. Buntes Faschingtreiben d. Kinder. - Im Ratskeller Mittag. Lerne Maler kennen. Dann - - nach Chemnitz, durch Plauenschen Grund, Thorandt, Freiberg, (z. T. sehr hübsch, Chemnitz. Kügelgen überrascht. Sehe auch die Frau, die bald verschwindet. Er im Wesen ganz der Alte, bald im herzlichsten Verständnis. Abendbrot mit schlechtem Wein im Lokal. Sehr befriedigt vom Tag, sehr müde, sehr durstig u. sehr warm. Herzlichste Grüße
Eduard.
[Kopf,S.1] Chemnitz (+ 1 M) guter Gedanke was?