Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 10. April 1912 (Charlottenburg), Postkarte


<Poststempel: 10.4.12>

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Liebe Freundin! Die Partie am Sonnabend ist in der unglaublichsten Weise verregnet. Wir kamen nur bis Wandlitz, in Sturm u. strömendem Regen, u. gaben dann den Kampf auf. Heute Nachm. soll nun der Ausflug mit der I u. IIa sein. Das Wetter ist ganz genau so schlecht. Hier ist also mit dem Vergnüglichen kein Glück. - Die Wäsche schicke ich auf Wunsch als Paket, obwohl sie mir
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| in C. kaum noch nützen wird. Ich muß dann welche kaufen. Die Umzieherei ist schrecklich u. teuer. Frack etc. gehen per Paket nach L. - Ich muß leider in C. täglich etwas arbeiten u. bitte Sie freundlichst auf den Bibliotheken nachzufragen, ob zu haben ist: 1) Cohen; Ethik des reinen Willens. 2) Wundt; Ethik, bes. Bd. 2. Ev. entleihen Sie es doch gleich. Es könnte sein, daß ich erst Dienstag kommen kann, weil hier noch unendlich viel zu erledigen ist. Es war wieder wenig eigentl. Freude in den Ferien. Nicht einmal zu meinen Lieblingswegen bin ich bei dem S - turmwetter gekommen. - Wenn Sie nur beide gesund sind!!
Viel herzliche Wünsche u. Grüße Ihr
Ed.
An die hochverehrte Tante habe ich immer noch nicht geschrieben. Ich leide an <re. Rand> Abulie.