Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 1912, Briefkarte


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| <undatiert: Datierung jedenfalls zwischen 25.5. u 1.6.1912>

Liebes Kindchen!
Sie müssen nicht ungeduldig werden. Ich habe mich hier eingeschlossen, um 4 Tage zu arbeiten, habe außerdem die allerdringenste Korrespondenz in 30 Nummern erledigen müssen und bin wirklich physisch u. geistig außerstande, jetzt einen eingehenden Brief zu schreiben. Der letzte war gar nichts vorwurfsvoll, sondern sollte nur die Situation klären, und das ist ja nun der Fall. Ich bin mit der Antwort ganz zufrieden
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| und werde auf die Sache noch zurückkommen. Inzwischen habe ich mich Ihrer Neckarwanderung gefreut und der hübschen Skizze vom Centrum der Welt. Aber wenn Sie wollen, daß mir nicht der Schädel platzt, dann müssen Sie jetzt lieb sein u. keinen langen Brief erwarten. Ich bin wirklich über alle Begriffe angespannt u. muß sehen, wie ich mein Pensum erledige. Wenn ich in Berlin nicht Zeit finde zum Schreiben, so wird es lange nichts werden. Denn bis zum 8. Juni ist Hochflut nach allen Seiten. Also gut sein u. nicht empfindlich, ja?? Innig und <li. Rand> treu Dein Eduard.