Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 27. Juni 1912 (Leipzig), Postkarte


[1]
|
<Poststempel: 27.6.12>
L. F! Wenigstens mit einer Karte möchte ich mich heute bei Ihnen melden u. anzeigen, daß das erste Menschenalter nun vollendet ist. Die Arbeit wurde mir gerade in den letzten Tagen nicht leicht gemacht, u. viel "Überweg" für das neue Jahrzehnt ist sozusagen nicht da. Ich bin jetzt an der Ecke, wo mein Vorgänger
[2]
| abging; aber ich harre auf m. Posten aus, wenn auch draußen täglich Gewitter, dumpfe Luft, und drinnen Neuralgien im Arm zum Hüpfen. Freitag 3 Einladungen, Examina, mühsam verlegt, so daß nur vorm 2. Aber ich brauche die 2½ Tage, um bis Ende Juli in Gang zu bleiben. Das Professorium neulich war sehr hübsch, der Zielpunkt eine Molkenkur im kleinen. - Die Gegenstände Ihrer l. Karte haben mich stark beschäftigt. Ich möchte Sie doch bitten (das ist mit der Hauptzweck m. Schreibens) das "Menschliche - Allzumenschliche" nicht bis in den August zu lassen, sondern mir davon jetzt schon Nachricht zu geben. Es bedrückt mich, wenn ich nicht weiß, was Sie drückt. Und wenn ich auch nicht helfen könnte, geht es so doch besser. Herzliche Grüße in doppelt <re.Rand> lebhaftem Gedenken Ihr Ed.