Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 6. April 1913


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6.IV.13
Liebe Freundin!
Da Sie so lieb waren, mir plein pouvoir zu erteilen, sende ich hier in Kürze die wichtigsten Vorschläge: Ich komme Donnerstag 7.50 über Würzburg - Cassel kann ich leider nicht berühren, - in Heidelberg an. Freitag 7.59 früh wollen wir weiterfahren. Vielleicht hat die Pension wieder Raum, sonst gehe ich ins Hôtel. Abendbrot essen wir wohl am besten auch in einem Hôtel, damit Sie nicht neben der Packerei noch damit Plackerei haben.
Und noch eine Bitte: Können Sie ohne große Mühe von der U. B. bekommen: Nicolaus von Cusa, Wichtigste Schriften, Dtsch. v. Scharpff, oder, falls dies nicht: Nicol. v. Cusa, De Docta ignorantia. Leider hier nicht zu bekommen.
Darmbefinden besser. Es ist aber dringend
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| nötig, von Berlin forzukommen, weil alles hier für m. Ruhe ungünstig ist (übrigens z. Z. im Hause gut geregelt). Die Angelegenheit R kostet mir Nerven. Auch sonst ärgerliche Zwischenfälle. Komme zu garnichts. Werde Ihnen viel zu erzählen haben. Daher heute keine Einzelheiten.
Die Abreise am Freitag ist mir sehr wichtig, um alle Besuchspflichten zu vermeiden. Haben Sie gelesen, daß der Bodensee so akuten niedrigen Wasserstand haben soll?
Sorgen Sie für den Hochstand Ihres Befindens; davon wird auch auf mich etwas überstrahlen.
Viele herzliche Grüße
in Sehnsucht u. Erwartung
Dein
Eduard.