Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 30. April 1913 (Leipzig Hbf.), Postkarte


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<Poststempel: 30.4.13> Leipzig, Hauptbhf. Mittwoch Abend.
L.F! Nicht zum Auswandern (wie ich möchte) aus diesem Bratloch bin ich hier, sondern weil ich auf die Berliner Abendzeitung warte um der Kriegssachen willen. Es steht auf der Kippe. In 10 Minuten kommt der Zug: ich benutze die Pause u. die zu diesem Zweck eingerichtete Bahnpostanstalt, um Sie zu grüßen. Neues im Privatleben gibt es nicht. Die Vorlesungen gehen gleichmäßig ihren Gang. Ich entdecke mein Talent
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| für die historische Philosophie, examiniere, lasse auch durchfallen, sitze Sitzungen, als wenn es keine Reichenau gäbe. Der freundliche Mann mit der "Linde" der "Eiche", ist inzwischen gestorben, freiwillig. - Ich gedenke Ihrer herzlich u. wünsche uns allen den Frieden Ihr E. Sp.