Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 15. Mai 1913 (Stutenhaus bei Schmiedefeld), Postkarte


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Stutenhaus, 15.V.13.
Liebe Freundin! Bestätige herzlich dankend den Empfang beider Sendungen. Viel Neues ist hier nicht zu berichten: das Wetter ist gut. Ich lese täglich mit Todesverachtung u. Ingrimm 2 Arbeiten runter. Ganz ohne Laufen geht es natürlich bei meinem Temperament nicht. Gestern war ich Nachm. ohne Anstrengung in Erlau u. zurück. Saß auch in dem Tempelchen, wo wir die schwierige u. traurige Rechnung machten. Von Erlau nach Schleusingen kann man jetzt mit der Bahn fahren. Diese Karte schreibe ich in Schmiedefeld auf der Post, wo wir die Wurst an den Oberpedell abschicken. Das
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| Hôtel ist weiß Gott nicht gerade gemütlich. Diese Nacht à la Reichenau Lärm, doch ein unerträglich schnarchender Kerl nebenan, dient in Freiberg; diese Nacht töte ich ihn. Eben kommt Judenschule (Weiberpensionat.) Ich bin entflohen. Über den Fall Stolze bald mehr. Es kriselt in mir. Herzlichsten Dank u. herzliche Grüße Ihr E.