Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, Mai 1913


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Liebe Schwester! Eben, Donnerstag ½ 8 bei der Heimkehr finde ich das liebe Packet. Mein Dank soll Sie noch vor der Abreise in Frkft. erreichen. Unendlich viel Schönes u. Nützliches ist da vereint; aber die Reichenau bereitet mir doch eine so unendliche Freude, daß alles andre verdunkelt wird. Und nur dies möchte ich Ihnen gleich im Moment aus vollem Herzen sagen. Ich finde alle Bilder schön, am schönsten aber die von Ihnen geschaffene Einheit, und
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| über jede Vergleichung das, was für mich drinliegt: dies Meer- u. Inselhafte des Friedens. Meine Idee, fern von der konventionellen Straße. Geschaut und gelebt mit Ihnen in Tagen, die Frühlingstage waren, trotz Schnee u. Sturm.
Das Klima ist hier nicht besser als bei Ihnen. Ich kann mit Bezug auf Nerven nicht sagen, daß es mir gut geht; aber seit einigen Tagen geht es doch aufwärts u. ich habe etwas mehr Mut auf Durchführung. Hoffentlich hatten Sie schöne Tage! Bitte grüßen Sie Frau Weise <li. Rand> von mir. Ein Brief folgt nach Heidelberg. <Kopf> In inniger Freude Dein Eduard.