Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 4. Juli 1913 (Leipzig), Postkarte


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<Poststempel: 4.7.13>
Liebe Freundin! Die Nelken sind ganz meine Art. Stehen in der kl. Vase u. duften herrlich. Hier also das gewünschte Bulletin: es geht mir seit einigen Tagen über alles Erwarten besser. Grund: Ich habe wieder ergiebig geschlafen, mit Hilfe von Bromwasser, wovon ich abends eine minimale Dosis nehme. Sanatogen regelmäßig, viel Essen, u. Montag enden die Staatsexamina. Freilich beginnen
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| dann die Promotionssachen; 5 Dissertationen liegen schon da. Morgen noch 9 - 1 Staatsexamen. Dann Essen mit Famulo u. s. Braut. Nachm. polnische Gräfin zum Tee besuchen. Abends Gerhart Hauptmann. Alles Pflichtsachen. Sonntag Stieda, dann Freilichttheater in Leutzsch. Der große Knoten im Faden - ist noch Leibnitz. Ich hoffe bald auf Nachrichten von Ihnen u. gute. Besonders auch über die Frage des Zieles. Eßverpflegung dabei nicht unwichtig. Fahren Sie vorher noch nach Cassel? Finden Sie für Speyer Zeit, wäre es sehr schön u. freundlich. Der alte Herr B. hat wieder geschrieben. Dankt sehr. Kl. Scholz hat in Erlangen summa cum laude promoviert. - Kollegs sehr gut in Gange, wahrscheinlich infolge - geringerer Vorbereitung. Hier kalt u. sehr feucht. Lassen Sie bald von sich hören! Herzlichst u. dankbar Eduard.