Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, Juli 1913


Liebe Freundin!
Ich warte täglich auf eine Nachricht von Ihnen, wenigstens ein Wort über Ihr Befinden. Auch heute nichts!
Bitte lassen sie mich eingehend hören, was zu wissen mir das Wichtigste ist Ich habe nur diese Frage u. will nicht mehr schreiben. Zum Schluß des Semesters erwächst mir noch ein lebhafter Ärger durch einen von den studierenden Damen frivol provozierten Konflikt. Ich kann die lange Geschichte, über die ich Sie vorläufig zu schweigen bitte, hier nicht erzählen, kann nur versichern, daß ich korrekt u. streng vorgehe und mein Ärger nicht mir, sondern der Undankbarkeit von der andern Seite gilt.
Herzlichste Wünsche in großer Ungeduld
Dein Eduard

Ihre Karte vom Sonntag versprach den Bädecker, ich warte nicht auf diesen, sondern auf Sie.