Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 13. September 1913


L.F. Diesen Kartenbrief hatte ich mir schon vor 2 Tagen gekauft, eben als ich von Benary herauskam. Also 1) Es ist bestimmt nicht am Blinddarm. 2) Es ist auch nichts Schlimmes am Darm. 3) Einen Namen hat es nicht; behandeln durch Ausproben, allenfalls Umschläge. - Inzwischen habe ich keine Zeit gehabt, mich darum zu kümmern denn ich habe Geburtsschmerzen: der Schmoller kommt zur Welt, ganz neue Fassung, sehr in die Tiefe gehend. Habe in 1 Tage geschrieben u. werde morgen fertig. Eben fahre ich zu Riehls. Der phil. Abend ist aber erst nächste Woche. - Ihren l. Brief will ich hier kurz beantworten: 1) Wenn ich auch gesagt habe, ich glaubte, daß Sie sich über mich beschwerten, so habe ich es doch nicht geglaubt. Es ist dumm von Ihnen, mir das zu glauben. 2) Habe noch 2 Std bei Böhm gegeben, heute ohne Erfolg, weil ich zu sehr im Schmoller steckte. 3) ad Thiele nichts Neues. 4) Frl. Th. habe ich nichts gesagt; es fehlt dazu jetzt der Anlaß. 5) Erdmann kenne ich nicht. 6) Bei Ludwig war ich vorgestern. In Summt <wohl "Summe"> alle ganz vergnügt. Urlaubsprojekt verschoben. Wie stets keine Energie, u. es wird immer schlimmer. Angebote habe ich. - Ihren Beschluß mit dem freien Abend finde ich glänzend, allmählich müssen es 2 werden.
Innigst Dein Ed.

Es ist heut wieder der strahlenste Sonnenschein. Morgen wird gearbeitet, weil Registrator hingeht. Werden Sie wirklich am Montag reisen? Eben fahre ich am Schlachtensee vorbei u. sehe ein Boot! Gestern bei m. Onkel. Nächste Woche Gertr. Bäumer. Schrieb ich schon: der Fereinkursus ist erst am 2. - 4.X. Er ist an Pretzel verhökert, damit ich zum Schreiben gezwungen bin.