Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 16. Oktober 1913 (Leipzig), Postkarte


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16.X.13. L.F! Ich muß zu meiner Schande gestehen, daß diese Karte erst Nr. 10 meiner heutigen Korrespondenz ist, u. daß noch 5 Nummern bevorstehen. So wird es sehr lakonisch: Also ich bin gestern wohlbehalten hier eingetroffen, fand Ihren lieben Brief, bekam Rosen v. Lisa Borries u. Anna Baumgärtner durch hiesiges Geschäft, arbeitete wie ein Bär, sprach im Centraltheatersaal vor ca 600 Pers. mit Gesang eingerahmt 5/4 Std. Anfangs im Histor. sehr viel Sympathie, Beifall zum Schluß stark, aber im Grunde Opposition mit d. Standpunkt. Die schwierigste öffentl. Situation m. Lebens. Wird noch Kreise ziehen, Ms bereits im Druck. Hier furchtbarer Festtrubel, aber bei mir eine πολυπραγμο
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|σύνη (Vielgeschäftigkeit) die jede Wissenschaft ausschließt. Sie haben keinen Begriff v. dem Geklingel, Geschreibe, Gelauf, Disponieren, Erledigen. Und dabei soll ja alles eigentlich erst kommen. Viele herzliche Grüße aus der Völkerschlachtstadt das Schlachtopfer E.