Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 8. November 1913 (Leipzig), Postkarte


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<Poststempel: 8.11.13>
L.F! Das mit der Pol. hat etwas Großzügiges, ich möchte sagen Heroisches; Hingegen einen Glasrahmen so einzupacken, daß er in 1000 Scherben ankommt, hat etwas Eigenartiges, ich möchte sagen Weibliches. Die Rechnung erhalten Sie später, heute nur den Dank für die Chokolade u. das Märchenbuch. - Ich habe mich doch noch entschlossen, nach Dresden Bericht zu erstatten. Das sind doch keine ordnungsgemäßen Zustände: 507 haben belegt u. 340 Sitzplätze. Ich erhalte nun täglich Gesuche um Streichung aus dem Belegbogen. Dieserhalb habe ich in Dresd. um Verhaltensmaßregeln ersucht. Übrigens habe ich in dieser Woche unvergleichlich gut gelesen, inhaltlich u. rhetorisch. Auch die Übungen gelangen meiner schwachen Seele meisterlich. - Heute Nachm. kommt der Registrator u. bleibt bis morgen Abend hier.
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| Am Donnerstag ist leider schon wieder eine Extrarede. Am 20.XI. Rektoratswechsel. Die Leipz. Lehrerzeitung eröffnet den Krakehl. Vivant sequentes. Befinden wechselvoll, auch im Sinne der Lokalisierung der Nervenphänomene. Ich schränke die Arbeit ein; aber was heißt das, wo jedes erledigte Stück sofort durch ein neues ersetzt wird. Herzliche Grüße und vielen Dank stets E.