Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 28. November 1913


28.XI.13.
Liebe Freundin!
Beiliegende Zeilen blieben [über der Zeile] vorgestern liegen. Gestern war viel Arbeit mit Abendeinladung und ich war todmüde. So ist meine Bitte immer dieselbe: Nachsicht! Auch jetzt muß ich gleich zum Seminar. Morgen früh fahre ich nach Berlin, bleibe bis Sonntag Abend oder Montag früh. Meine Tante, soweit ich bis jetzt weiß, liegt noch in der Agonie.
Heute habe ich im Maximum gelesen; auch da mußten noch einige stehen.
Wenn Sie lieb sind, vergelten Sie nicht Böses mit Bösem. Schreiben Sie mir ein Wort, wenn's geht nach Berlin, sonst hierher. Montag und Dienstag sind wieder ganz schwere Tage.
Viele innige Grüße und Dank für alles
Dein Eduard.

[li. Rand] Frau St. merkte m. Verstimmung u. beugte heut einer plötzlichen Kündigung vor.