Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 30. November 1913 (Stettiner Bhf.), Postkarte


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Stettiner Bhf, 30. XI. 13. Liebe Freundin! Auch in Berlin ist es unnatürlich warm, bei starkem Regen. Man schwitzt im Winterüberzieher auf der Straße, wird infolgedessen rheumatische Erscheinungen u. Hustenreiz nicht los. - Meinem Vater geht es so weit gut. Meine Tante lebt noch. Ich war gestern Nachmittag da, zweifelhaft, ob sie mich erkannt hat. Von dort zu
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| Ludwig, alles relativ in Ordnung. Heute bei Lindau u. Registrator vergeblich, bei Jäger mit Erfolg. Der Fall R. nimmt immer seltsamere Formen an. "Ich versteh dich nicht mehr" kann ich da bloß sagen. In 14 Tagen soll phil. Abend sein. Eben warte ich auf den Registrator, nachdem ich W. Böhm vergeblich besucht. Außerdem habe ich hier noch 2 Arbeiten erledigt. - Zu Hause im Ganzen Ordnung, doch ist die Gesundheit von P. keineswegs zuverlässig, jedenfalls mindestens Nerven oder Hysterie; - Levico bis jetzt ohne fühlbare Wirkung. Doch ist der Appetit gut, hier sogar sehr gut. Bis Weihnachten will ich Arbeit möglichst einschränken. In L. hoffe ich Nachricht zu finden, wie es Ihnen geht. Schreiben Sie mir demnächst auch, ob Sie raten, daß ich am 31.XII zum 1.IV kündigen soll. - Montag u. Dienstag starke Arbeitstage. Daher einstweilen nur diese Karte. Herzlichst u. treu Ihr E.