Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 26. Januar 1914 (Bahn Berlin-Leipzig)


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Bahn Berlin - Leipzig

26.I.14.
Bei dieser Schaukelei wird sich schwer schreiben lassen. Gestern ein schöner Nachm. zu Fuß (!)von Saatwinkel über Valentinswerder nach Tegelort und dann über die Havel nach Spandau. Wie reich ist doch Berlin an Schönheiten.
Heute Abend ist im Kolleg <Wort unleserlich > u. Symposion; dann <Wort unleserlich>. Morgen muß ich das Programm für den Int. Kongreß machen.
Max Weber soll maßlos über mich bei der Diskussion geschimpft haben, so daß er sich entschuldigte, als er hörte, daß ich nicht da wäre. Goldscheid, den ich bei Friedmann sah, hat mir das erzählt.
Demnächst kommt der König, um Vorlesungen zu hören, aber nicht bei mir.
Ich bin das lebendige Ratsbureau für Studenten in Schwierigkeiten. Alle kommen zu mir.
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| Dem Onkel habe ich das Buch noch nicht schicken können. Es wird wohl Anfang Febr werden.
Ich habe mir einen 2teiligen Aktenschrank für 102 M gekauft, Eiche, hellbraun gebeizt. Maßgebend dafür war der jetzige Schreibtisch. So zieht eins das andre nach sich. Denn anders kann kein Möbelstück in diesem Zimmer aussehen, obwohl etwas heller mir angenehm wäre.
Ich soll v. m. Vater vielmals grüßen. Auch Stolzes haben es mir extra aufgetragen. Für diesmal Schluß, damit Sie endlich ein Lebenszeichen erhalten, ein Zeichen, daß ich Ihrer täglich u. stündlich gedenke,
in Liebe und Treue
Dein
Eduard.