Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 14. März 1914 (Charlottenburg, Postkarte)


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14.III.14. Es ist ein altes Lied, wer gerade faulenzt, dem wird die Zeit lang, und wer in der Arbeit ist, merkt nicht, wie schnell sie vergeht. Nur daß diesmal die Rollen vertauscht sind und ich warte. Ihre kurze Nachricht habe ich zwar mit herzlicher Freude erhalten: aber ich lechze nach mehr: natürlich soll Sie das nicht anstrengen, und
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| ich kann mir denken, daß Sie sich an die neue Lebensweise erst gewöhnen müssen. Übrigens bin auch ich nicht untätig. Es geht mir erstaunlich gut*) [Fuß] *) Auf Grund eines Geheimmittels., und die Arbeit schreitet fast von selbst fort. Ein Weg, den ich seit langem gesucht, hat sich aufgetan, u. damit ganz neue Gebiete. Außerdem aber wandere ich durch die Mark, d. h. zunächst Pankow, Paulsborn, gestern Potsdam, morgen Riehl - Klösterli. Der Festschriftbeitrag ist beinahe Ausarbeitungsreif. - Aber die Reisefrage! Da ich noch keine Nachrichten habe, will ich nur dies sagen, daß ich dachte, am 5. u. 6. April in Leipzig zu sein und vom 7.- 20. (ev. 19.) zu reisen. Aber dieser Plan ist natürlich abzuändern. Wann werden die internationalen Verhandlungen darüber beginnen?
Viel herzliche Grüße auch von m. Vater Ihr E.