Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 4. April 1914 (Charlottenburg)


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Charlottenburg, den 4. April 1914.
Liebe Freundin!
Sie haben recht, mich zu mahnen; aber erstens mußte ich Nachrichten aus Leipzig abwarten, und zweitens bin ich über dem Kursbuch tiefsinnig geworden. Es klappt nämlich garnicht mit der Reise. Nun will ich Ihnen zwei Vorschläge machen, und bitte um Ihre Entscheidung nach Leipzig "Nicht nachsenden". Ich kann frühestens Dienstag 7.IV. mittags von L. fort. Das Beste wäre dann m. E.
ab Leipzig 12.40.   an Bebra 4.34. [unter der Zeile] umsteigen in Bebra  an Frkft. 8.06.
ab Cassel:   3.45   an Bebra 447.  ab Bebra 4.55.
am selben Abend 8.13 weiter nach Heidelberg
an Heidelberg 9.56.
Am nächsten Morgen ab 7.59. dann und nur dann erreichen wir den Dampfer ab Konstanz 2.00. Wollen Sie nicht über Heidelberg, so komme ich wenigstens am Dienstag Abend mit bis Würzburg.
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Ab Leipzig 12.22.   An Würzburg 8.13.
ab Cassel 3.45 an Bebra 447 an
ab Cassel       Bebra       Elm       Würzburg
Cassel 12.07.       }            schreckliche Gondelei,
ab              Bebra 1.50.      }     z. T. mit Personenzügen.
Elm 6 4.38      }
Gemünden 6.32
Würzburg 7.03
Auch dann erreichen wir über Stuttgart x) [li. Rand] x) Würden uns also Stuttgart ansehen. die beiden Dampfer nicht mehr am Mittwoch, müßten also eine 2. Nachtstation machen.
Ganz, wie Sie wollen. Nur bitte ich um Mitteilung des Treffpunktes und was für ein Billet Sie nehmen. Entscheiden Sie sich für Frankfurt, so nehmen Sie am besten direkt Konstanz u. expedieren das Gepäck durch. Wir fahren ja wohl nobel III. Klasse. Die beiden <Wort unleserlich> benutzen Sie vielleicht für die Fahrt.
Nun will ich nicht viel mehr hinzufügen, weil noch allerhand zu erledigen ist. Grüßen Sie mir die Tante sehr herzlich und verzeihen
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| Sie diese verspätete Nachricht. Ich habe allerlei Arbeiten vorgehabt, u. da verrann die Zeit schnell. In Reichenau melde ich uns für Mittwoch oder Donnerstag an.
Auch mein Vater läßt herzlich grüßen.
In Treue und Liebe
Dein
Eduard.