Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 2. Juni 1914 (Hamburg, Postkarte)


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<Poststempel: Hamburg, 2.6.14.>
<Bild: Abdruck eines Gemäldes von C. W. Allers: Der Lotse.>
<gedruckt:> Aus dem Ratsweinkeller in Hamburg.
L. F. Es "lotst" einen förmlich hierher, weil draußen kalt, Regen, Wind. Auch der Elbtunnel ist [über der Zeile] deshalb schön. Aber es ist sinnlos, daß man im "Aufzug" heruntergelassen wird und daß er ganz trocken ist. Nicht einmal "Elbling"! Sodann Hafenrundfahrt 2 1/4 Stde, mit Besichtung des Ozeandampfers "America" Ebenso interessant wie naß. Jetzt sitze ich hier, ohne Geheimratstöne. Überhaupt vergeht einem hier das Geheimrätliche. Selbst der Humanismus. Man versteht,
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| wenn man den rauh- und nebelverhüllten Hafen sieht, zweierlei: Imperialistischen Kapitalismus u. demokratischen Sozialismus. 2 Machtformen. Merkwürdig: Die Dampfer heißen alle nach Reformatoren, Pädagogen etc, wie man Ihnen auch Mädchennamen gibt. Prosit! Ihr E.