Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 27. Oktober 1914 (Leipzig, Postkarte)


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27.X.14. spät. L. F! Vielen Dank für Beilagen mit Brief. Alles sehr schön u. interessant. Zu eigentlicher Antwort komme ich jetzt nicht, da relativ viel zu tun. Der Besuch der Vorl. ist viel stärker als erwartet. Phil. d. Gesch. über 50. Päd. habe ich aus dem kleinen Aud. wieder in d. große verlegen müssen. Über 200. Bleibt natürlich
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| nicht so. Frauenhochschule 6 Damen. Morgen unbestimmt. Muß mich in 6 verschiedene Sachen hineinfinden. Sehr schwer, weil Stimmung durchaus zerstreut und naturgemäß nicht auf der Höhe. Und wenn ich mich auf den Kopf stelle, komme ich aus der Unklarheit nicht heraus. Wegen Rom brauchen Sie sich nicht besondere Mühe zu machen. Wir werden die Sache hier zusammen in die Hand nehmen u. das Gewünschte liefern. Warum nicht nach Heidelberg fahren? Schon um die alten Beziehungen lebendig zu halten und um neuer Eindrücke willen. Käme am liebsten mit. Summa summarum: es ist ein Jammertal. Ich bewundre die Elastizität von Frau R, die noch nie mit einem Wort geklagt hat. Viele Grüße an ganz Cassel in herzlichem Gedenken
Eduard.

[li. Rand] 11 herrl. weiße Rosen wieder mal <Wort unleserlich>