Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, Dezember 1914


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Liebe Freundin!
Anbei Ersatz für die nichtgehörte Rede, die nebenbei einen großen Erfolg hatte. Bis auf den letzten Platz besetzt, über 300, bestes Publikum, allein auf der ersten Reihe 2 Damen, die zusammen 172 Jahr alt waren.
Sodann 2 Zuschriften, von denen die eine mir wohltat, während die andere in jedem Wort mir wie ein Schlag ins Gesicht ist. Es ist über die Sache wohl nicht ganz geschickt nach Stettin berichtet worden, wie überhaupt in Cassel darüber die verworrensten Begriffe herrschen (Man hat ja auch sonst merkwürdige Dinge über Cassel in der Zeitung gelesen.)
Endlich eine Frage. Ich bin furchtbar besetzt
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| und möchte am Dienstag früh unverzüglich nach Berlin. Wir könnten uns aber, wenn Ihnen das einleuchtet, [über der zeile] am Sonntag einen Erfurter Kongreß zum Weihnachtsgeschenk machen, in der entschiedenen Voraussetzung, daß dann Packete zwischen uns nicht ausgetauscht werden.
      Folgende Züge passen:
Ab Cassel:         9.03.________     9.45.
An Bebra10.10    8.02
Ab     “ 10.25     7.53
An Erfurt12.11. ________     6.01
Treffen außerhalb Bahnsperre am Ausg. nach d. Stadt.
______________
Ab Leipzig         9.05           an      8.09.
An Erfurt10.58.           ab     6.12
Voraussetzung 1) daß Sie nicht mehr erkältet sind, 2) daß Sie Lust dazu haben 3) im Falle der dringenden Behinderung bis Sonnabend Abend Telegramm.
Nach Weihnachten würde ich am 5.I kommen und am 7.I abfahren. Ob Sie etwa ein wenig nach Leipzig mitkommen, ist
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| abhängig von Verhältnissen, die heute noch nicht zu übersehen sind.
Das Ms bitte ich ev. mit nach E. zu bringen.
Für heute in Eile herzlichen Gruß. Ich schließe nachher die Phil. d. Geschichte vor Weihn. und erwarte außerdem den Ministerialdirektor aus Dresden, auf dessen Wünsche ich sehr gespannt bin.
Herzlichen Gruß
Eduard.