Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 11. Februar 1915 (Raschwitz)


L.F! Ich fahre Sonntag nicht nach Berlin. Es ist zuviel zu tun, fast ungeheuer. Das Faß läuft jetzt bald über. Manchmal denke ich, es wäre Zeit, die unvernünftige F. H. auffliegen zu lassen. Sie kostet mir diese Woche mehr als 8 Stden, u. mit welchem Erfolg? Das ist auch so ein Altweiberkränzchen. - Auch in der Fakultät habe ich ein paar Bajonettangriffe gemacht. Alles kostet Zeit u. gibt neue Kommissionssitzungen. Ich komme kaum zu den Vorlesungen, die aber wenigstens momentan alle in das Centrum laufen, trotz der verschiedenen Gegenstände. Daneben prinzpielle menschliche Auseinandersetzungen. (Lamprecht schrieb mir ein ganzes Buch.) Ich werde auf Ihren lieben Brief in den nächsten Tagen leider nicht antworten können. Daher nur diesen hzl. Gruß. - Karte v. Hauptmann Nieschling, sehr lieb, 30. I. Weihnachtspacket bekommen. - Auch sonst viel aus dem Feld. Alles <Rand> Gute
Ihr vielbeschäftigter
Eduard
Raschwitz, Freitag 5 Uhr