Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 26. März 1915 (Postkarte)


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L.F. Herzlichen Dank für lieben Brief. Kann leider in den nächsten Tagen nicht ausführlich schreiben, verschiebe also das ästh. Problem. Soeben habe ich 34 S. Ms nach Berlin geschickt, gefällt mir aber noch garnicht. Die Kiste ist noch offen. Die Berliner Seite war zwar heute zu. Dafür aber kommen jeden Tag 2 Briefe mit trostlosen Nachrichten aus Königsberg. Gut von den Russen in Brand gesteckt. Vom Vater fehlt jede Nachricht. Wenn übhpt am Leben, dann als Geisel verschleppt u. noch nicht befreit. - Weiterer Punkt: durch Mittelsperson in Stockholm Nachricht v. Fr. - Er wünscht Brief von seiner Frau zu erhalten, mit der ich auf Wunsch jener Mittelsperson in Verbindung treten soll.
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| Hier muß also auch Klarheit geschafft werden - Ich nähre mich von dem Kuchen der Tante u. von der Erinnerung. Bin aber schon dankbar, daß ich wenigstens einen Tag mal ungestört arbeiten konnte. Die Erde ist doch - eine unvollkommene Scheibe! Alles Gute u. viele herzliche Grüße auch an die Tante eiligst!
E.