Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 15. April 1915


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15.4.15.
Liebe Freundin!
Nachdem ich die beiliegenden Zeilen während der Fahrt geschrieben hatte, hab ich die große Freid k' hatt den Kollegen Wirth zu treffen. Er erzählte zunächst, daß schon jetzt 50 Studenten neu immatrikuliert seien (gegen 100 voriges Jahr an diesem Tag im Frieden!) Ferner meinte er, die Aufhebung der Unabk. beziehe sich nicht auf die höheren Beamten. Zu denen nehme ich nun allerdings: denn ich rangiere gleich mit dem Regierungsrat bei der Kreishauptmannschaft und habe Hofrang III. Klasse. (Allerhand Hochachtung.) Nach alledem neige ich dazu, überhaupt nichts zu tun, sondern die Sache an mich herankommen zu lassen, d. h. nicht anzukündigen u. zu lesen, wenn auch die Gemütsruhe dabei etwas leidet. Was meinen Sie zu diesem 3. Projekt? Wie gesagt, gehen läßt mich das Min. dann auch viel weniger.
Für heute nur dies.
Herzlichen Gruß
Dein Eduard.

[li. Rand] Es wäre auch schade, um die schöne Gashängebirne, die ich mir für 7,50 zum Arbeiten habe machen lassen, allerdings gestern nach 1/2 stünd. Gebrauch schon herunterfiel mit Radau etc.
[re. Rand] Ihr Lenker, den ich erst mit mißtrauischem Mitleid betrachtete, ist sehr praktisch!