Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 9. Juli 1915


9. Juli 15.
L.F! Das ist eine schlimme, unvernünftige Reiserei u. Hetzjagd. Beweis, trotz tägl. Gedenkens weiß ich nicht, wohin ich schreiben soll. In Aachen fehlt mir außerdem die Hausnummer. Ich bin in täglicher Sorge wegen Souchez. Bitte Nachrichten. Den letzten l. Brief kann ich nur durch diese Karte im Cafe! einstweilen beantworten. Denn abgesehen vom Dienste, stehe ich in 2 Haupt- u. Staatsaktionen. 1) Soeben ist das Faß übergeflossen u. ich habe m. Mitgliedschaft im Kuratorium der F.H. niedergelegt. Hoffentlich bin ich damit nun dieses ewige Ärgernis endgiltig los. Ich hatte noch mit großer Sorgfalt ein Programm ausgearbeitet - alles für nichts. Alles Übelwirtschaft. 2) der Ruf nach H. ist da, halboffiziell. Es steht in m. Hand, ihn offiziell zu machen. Du wirst meiner Meinung sein, daß ernstl. Erwägungen nicht in Frage kommen. Ich habe also nach Dr. geschrieben, um die übl. Konzessionen zu erbitten u. erwarte für die nächsten Tage Einladung zu Verhandlungen. Wenn Du mir noch schreiben kannst, was ich Deiner Meinung nach von dem großen Fisch wünschen sollte, wird es mir "lehrreich" sein, falls es rechtzeitig kommt. - Riehl hat s. Unterschrift zu der betr. Denkschrift zurückgezogen. Was erzählt Ganghofer für Märchen? - Ich hoffe auf Nachricht, ob Du schon wieder in Aachen bist, u. grüße Dich u. die Tante mit herzlichsten Wünschen.
Dein seit 1911 zum 5. Male Vorgeschlagener, aber nur 1x Berufener u. für die Frauenhochschule unberufener Ed.