Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 13. September 1915 (Leipzig, Postkarte)


[1]
|
L.F!
Ich vermisse in Deinem lieben Brief, der Sonnabend Abend kam, Nachrichten über Kurt, und bitte, mir recht bald zu schreiben, was Du weißt. Im übr. habe ich schon geantwortet Sonnabend 11 Uhr, als ich aus der "Frau v. Meer" kam, fiel aber zu pessimistisch in politicis aus u. ist deshalb nicht abgesandt. Vielleicht war er nur zu wahr! - Wetter ist herrlich u. ich bin ausgezeichnet aufgelegt zum Arbeiten. Habe nun auch das Kapitel "Lebensbegriffe" Sa 50 Folioseiten, in der Form scheußlich, aber schwierige Dinge in der Tiefe gut durchleuchtend. Hoffe nun weiter zu kommen, obwohl ich daneben noch allerhand sonst treibe. Die H. f. F. regt sich wieder bedenklich. Ludwig u. Nieschling haben - an m. Vater geschrieben, beide ohne mich zu erwähnen (?). Das für den Minister hätte ich gern bald. Es paßt in eine schwebende Aktion. Darüber bald mehr. Das soll nur so ein Vorläufer sein, besonders wegen Punkt 1. Gestern war ich in der Harth,
[2]
| ein hübscher Wald, so groß wie die Hasenheide, u. in der Mausezwenke. Dichtete unterwegs einen Aufsatz über "Das Glück", hab ihn aber nicht aufgeschrieben. 26.- 29. ist hier großer Frauenkongreß. Na, nun Schluß
Herzlichst PP.O.O.