Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 12. Oktober 1915


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12.10.15.
Liebe Freundin!
Was Sie denken, ist nicht. Der Dienstag (u. hoffentlich auch der Mittwoch) nächster Woche ist nun einmal angesetzt, und gewiß nicht nur, weil Du es wolltest. Ich schränke daher mein Schreiben ein, weil ich Näheres erzählen kann. Gestern eine Glanzleistung von Zeitausnützung: 7 aufgestanden, 9 Uhr gereist 10 Uhr Charlottenb. 12 Uhr Lazarett Registrator (äußerlich ganz unverändert, aber noch krank, liegt, schimpft.) 1 Uhr Anh. Bhf. 5 Uhr Übungen 7 1/2 Uhr zu Hause, und bis 1/2 11 gearbeitet. A. Milkner soll mit schwerem Bauchschuß gefangen sein, Brief kam heut zurück. Ob Ludwig in Serbien ist, mir zweifelhaft. Vermute Witwe. Optimistisch will ich gern sein, wenn Du mir die Menschenfrage löst. Für heute nur diese kurze Karte mit sehr viel Herzlichem und Warmem dahinter
Dein E.