Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 20. Dezember 1915 (Leipzig)


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L.F. Meine Pläne sind so: am 23. nachm. fahre ich nach Berlin, wohne in der Pestalozzistr. Eigentlich wollte ich am 30. abends wieder hier sein. Ob Riehls z.B. nach Oberhof gehen, ist fraglich. Es war die Rede vom 28. Dann würde ich vielleicht mitgehn. Es ist aber 28./29. in Berlin eine Konferenz, die mir den Plan mit Muthesius-Bär
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| zerstören würde. Ich schwanke noch, ob ich mich dem Rütlibund anschließe oder m. Tellsweg gehe. - Und wir?? Besuch ist jetzt für die Tante nichts; es war [über der zeile] auch zuletzt in Cassel Weihnachten immer unruhig für uns. Ich möchte hören, was Dir lieber ist: eine Begegnung in Erfurt oder nach dem 26. Januar wenige Tage hier. In den Ferien muß ich 2 Broschüren schreiben. Weite Zukunftspläne sind mir jetzt noch undenkbarer als sonst. Ich berühre diese Fragen nur, damit Du nicht denkst, ich wollte Weihnachten für uns diesmal "ausfallen" lassen. Meine Weihnachtssendung freilich ist mehr als bescheiden. Aber ich brauche das vor Dir nicht zu rechtfertigen. - Die letzten Tage habe ich immens gearbeitet, allerding größtenteils Amtliches. Tausend herzliche Grüße
Dein Eduard.