Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 31. Dezember 1915 (Leipzig, Grassistr. 14)


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<Stempel>
Professor Spranger
Leipzig, Grassistr. 14.
31.12.15.
Mein liebes Kind!
Im Übergang von einem unsäglich schweren Jahr zu einem neuen, dessen Schicksale wir nicht kennen, sind meine Gedanken bei Dir in Liebe und Treue. Sie finden noch schwerer als sonst bestimmte Worte. Aber ihrer bedarf es ja auch nicht, um uns zu sagen, daß dies Jahr für uns ein gemeinsames sein wird. Der Tante sage alles Liebe und tausend Grüße.
Von Berlin hätte ich mancherlei zu erzählen. Aber ich verschiebe es auf einen ruhigeren Tag. Denn ich bin im äußersten Faun der Produktion und muß am 3. I. dir Broschüre fertig haben, über deren Druck ich soeben Abmachungen getroffen habe. Ich rechne auf Dein Verständnis und Deine Geduld. Die sonst fertig gewordenen
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| Artikel sende ich erst in einigen Tagen, damit sie nicht in den Neujahrstrubel kommen.
Da in Oberhof kein Schnee liegt, so fällt es wohl aus. Ich brauche auch jede Minute.
Ich hoffe Gutes von Euch allen zu hören und hoffe, daß die Gedanken, die eben in mir in Entwicklung sind, auch bei Dir ein Echo finden werden.
In herzlicher Liebe
grüßt dich Dein
Eduard.