Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 12. Januar 1916 (Leipzig, Postkarte)


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<Poststempel> Leipzig, 12.1.16
Liebe Freundin! Deine große Epiphaniassendung - unerhört bei diesen Zeiten! - traf in einen Wirbel von Geschichten hinein, die keine Feder beschreiben kann und deren Resultat eine völlige Unordnung meiner regelmäß. Pflichten u. eine dauernde Schlafsucht ist. Aber Du darfst nicht denken, daß ich nicht alles herzlich u. dankbar empfunden und mich über jedes einzelne gefreut hätte: Kurt, das
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| Bild, Buch u. Bilder, Fressalien und vor allem Deinen Brief. Bloß die runde Schachtel betrachte ich mit Mißtrauen, oder vielmehr berieche ich. Auf dies alles komme ich zurück. Heute will ich Dich nur in den Zhhg versetzen. Am Montag Abend war der letzte Bogen (bis S. 76) gesetzt. Aber der Teufel, der in der H.f.F. nun einmal wohnt, wollte, daß am selben Tage die Verhandlungen mit G. B. waren. "Schwachheit, dein Nam' ist Weib." Ich bin recht unzufrieden, ich mißbillige sie. Freund B. hat die Sache mit glänzender Taktik für uns repariert, auch G. B. eine kl. Lektion erteilt. Gestern war sie - auf sein Kommando - in meiner Sprechstunde. Sie hatte sich nämlich vorher nicht mit uns verständigt. Vielleicht wirkt m. Broschüre Gutes, die noch diese Woche fertig wird. Ich aber bin auch fertig, u. deshalb wirst Du verzeihen, daß ich Dich heut nur grüße u. Dir danke. Du weißt, daß ich immer an Dich denke. Aber mit der Arbeit wird es auch immer <li. Rand> schlimmer. Viel herzliche Grüße auch der Tante und den Deinen
<Kopf>
Dein Eduard.