Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 1. Februar 1916 (Leipzig, Kartenbrief)


<Poststempel> Leipzig, 1.2.<16>
Liebe Freundin! Hoffentlich sind Deine beruhigenden Nachrichten recht begründet. Es scheint mir leider, als ob der Ausschlag gerade an sehr unangenehmen Stellen aufträte: Nase - Hals - habe ich damals m. W. nicht betroffen gehabt. Beiliegendes soll ein kleiner Beitrag für Stärkungszwecke sein, wenn möglich kein Ovomaltine! Ich wünsche gute Fortschritte und hoffe, daß Du in dieser Woche wenigstens den Ausschlag noch los wirst.
Ich habe die letzten 3 Tage den Berliner Vortrag druckfertig gemacht. Nun muß ich die liederlich behandelten Amtspflichten nachholen und den Schluß für Muthesius schreiben. Es ist gut zu tun. Um so schlimmer wird die Ernüchterung nach dem 1. März sein.
Heute 1 1/2 Jahr Krieg. Ist das nun wenigstens über die Hälfte? Man darf nicht dran denken. - Sonst nichts Neues. Euch allen herzlichste Grüße und besonders Dir viel Liebes Dein Eduard.