Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 12. März 1916 (Leipzig, Postkarte)


[1]
|
<Poststempel:> 12.3.16
Leipzig, an einem Gedenktage. (69. Geburtstag)
L. F! Dein lieber Brief hat mich herzlich erfreut. Ehe ich auf ihn antworte, was hoffentlich mündlich geschieht, nur ein paar geschäftliche Mitteilungen. Die vorige Woche war wieder voll von Aufregungen u. Ärger mit der H. f. F. Nach äußerster Zuspitzung der Krisis sind nun gestern aus dem Kuratorium alle uns ungünstig
[2]
| Gesinnten ausgeschieden. Der Rest hat uns ohne weitere Formalitäten wieder gewählt. B. spricht von einem großen Sieg: Ich habe zunächst 2 Bilder: Von dem sinkenden Schiff, das die Ratten verlassen. Und von der Wohnung, die die Mieter nicht besenrein hinterlassen. Der Vorsitz ist mir zugedacht. Kann ich jetzt diese neue Last noch übernehmen? Ich bin heut sehr nervös und nicht entschlußfähig. Jedenfalls kommen wieder wichtige Überlegungen u. Beratungen. Hoffentlich zerstören sie nicht m. Reiseplan. Die Sache ist jetzt zu verfahren, als daß ich sie mit produktiver Freude übernehmen könnte. Ich erwarte Äußerung von G. B., Dienstag die Dresdner Stimmung, Mittwoch mein Entschluß. Dann folgt Telegramm über mein Kommen, wenn ja. - Kerschensteiner hat sich die Lebensformen in einem Aufsatz ganz zu eigen gemacht. Sonst wäre noch tausenderlei zu sagen. Aber auch tausend warten auf die Erledigung ihrer Manuskripte. <li. Rand> Daher heute nur diese halb gute halb schlimme Nachricht. Herzl. Grüße E.