Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 5. Oktober 1916 (München, Postkarte)


[1]
|
München, Wartesaal
5. Oktober 16 früh 9 ½
Liebe Freundin! Ich will den Versuch mit dieser Karte machen. Heute früh 6 Uhr aufgestanden, bei Regen zur Bahn, Nachtzug v. Berlin, von Landshut an dick voll, aber lauter angenehme Leute. Ich esse hier markenfreie Leber, zugleich ein Symbol für den zornzerfleischten Prometheus.
Zur Besinnung komme ich bei der Fahrerei noch nicht. Es ist mir auch noch kein "Nachtrag" eingefallen. Streng Dich nicht zu sehr an, das ist das einzige. Telegraphieren werde ich nach Grassistr. Melde das dort an. Voraussichtlich komme ich im Nebel in P. an. Überhaupt, bis jetzt hat dieses "Ziel" nicht gerade zum Ausruhen verholfen. Was man
[2]
| nicht alles tut um - Luft. Grüße Freund Biermann herzlich und Tanting, wenn Du noch mal hinkommst. Alles Gute und 1000 Grüße Dein E.