Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 21. Oktober 1916 (Partenkirchen, Bahnhof, Postkarte)


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Partenkirchen Bahnhof, 21.X.16.
Liebste Freundin! Wir sind ganz verschneit. Ich war schon verzweifelt an P. u. wollte nur noch "Schanden halber" den Arzt besuchen. Ging heute um 1/2 5 hin - u. siehe da, er ist der Rechte. Jung, offenbar Spezialist für Tub., jede Äußerung mit Begründung. Untersuchung penibler als je. Resultat hier nicht in extenso. Infolge Verschleppung (die in NBb. liegt) Verwachsungen.
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| Behandlung wird sehr nuanciert: Zunächst nicht draußen liegen, sondern bei offenem Fenster.*) [li. Rand] später auch nachts! Sonne mindestens jetzt noch schädlich!! Kann nach ihm ev. Rückfall erzeugen! Ob Bestrahlung, hängt v. Strümpells Bericht ab. Viel liegen und sehr flach liegen! Vorm 20 Min. spazieren gehen, nachm. ½ Stunde. Garnicht steigen. Messen (Darm) um 9.  12.  5. Vor allem Feuchtigkeit u. Wind meiden. Und denke Dir, die Pension hält er für ganz geeignet. Er hat wiederholt Patienten dort gehabt. Es sollen Zwischenmahlzeiten eingefügt werden. - Von vielem Arbeiten sprach er vorläufig nicht. Gern hätte ich von ihm Privatwohnung erfahren, wo ich 2 Zimmer u. individuelle Verpflegung haben kann; er glaubt nicht, daß sich so etwas findet. Allenfalls Annonce. Das Allheilmittel: Lebertran. Aber hier wohl kaum noch zu haben. | Dies nur in Eile vorangeschickt. Bald mehr. Tausend <re. Rand> innige Grüße Dein Eduard