Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 30. Oktober 1916 (Partenkirchen, Café Gudiberg)


Café Gudiberg, den 30.X. Nachm. Liebes Kind! Immer ruhig Blut. Ein Zimmerwechsel, selbst ein Hôtelwechsel, ist ja kein Beinbruch. Da können wir doch andre Lieder singen. Inzwischen bist Du durch m. Brief orientiert. Bei fast südlich sonnigen Tagen geht es mir recht gut. Heute zum 3. Mal bestrahlt. Meine Temperaturen sind noch weiter gesunken, leider auch das Gewicht etwas (62¼), das aber vorher gewiß noch tiefer war. Ich bin nebenbei recht tätig. Meine enge Bude werde ich verschmerzen. Kerschensteiner, der ruhig kommen kann, weiß vielleicht noch Besseres. Er schrieb schon. Dank für die Bilder. Wert ist nur das vom Seminar etwas. Schade, daß Du <li. Rand> so waldgespenstig aussiehst.
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| <re. Bildrand> Meine einzige Gesellschaft ist die Bestrahlungsschwester, angenehme Frau, vertrieben <Kopf> aus Riga; Ernst Troeltsch, Alois Fischer,<li. Bildrand> Vierecke u.s.w.
<unter der Ansicht gedruckt: Partenkirchen> Mittelstück meines Blicks.
<in der Ansicht über den Bergen: unleserliche Worte>