Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 17. Dezember 1916 (Partenkirchen, Postkarte)


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Partenk. Sonntag, den 17.XII. Liebe Freundin! Die Postverbindung wird immer schöner. Dein l. Brief, geschrieben am 12., abgestempelt am 13. 12-1 Nachm., ist am 16. um ½ 4 glücklich in m. Hand gekommen. Daß ich in Unruhe war, kannst Du Dir nach den Umständen wohl ausmalen. Nun sind mir 2 Steine zugleich vom Herzen. Mein Packet wird wohl auch mal ankommen. Diese Karte geht um ½ 12 Vorm. aus dem Kasten.
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| Eigentlich wollte ich die heutige erste Post noch abwarten (um 2 Uhr!), um Dir sagen zu können, ob Du Riehls zu W. hier triffst, was ich aber nach allem nicht für wahrscheinlich halte. Dein Kommen, das bedarf keiner Worte, ist mir immer beglückend u. lieb. Wenn ich Dich nicht einfach bitte, so ist der einzige ernste Grund die Kostenfrage. Denn die wenigen Tage kosten 100 M, und ich sehe in der nächsten Zukunft Lasten, denen wir vielleicht beide nicht gewachsen sind. Die Entscheidung hierüber aber liegt bei Dir: meine innere ist gefallen; was ich dagegen habe, ist nur Äußeres. Der Zug über Eisenach, wenn er noch geht, ist der beste; ab Cassel 11.06 an München 9.09. Von München geht es am nächsten Morgen 7.55. Der Zug ist wieder eingestellt u. kommt 10.15 hier an, wo ein abstoßendes lärmendes Sporttreiben beginnt. Von den Feldadressen bleibt, da Willmann in L. ist, außer Morgner nur Nieschling (XI. A. 6. 38. Inf. Div. Stab.), der mehr ein Zeichen des Gedenkens braucht, und für Eßbares bis 2,50 Oberjäger Paul Wolf, 197 Inf. Div. 7. Jäger-Regiment, Res. Jäger Bat. 26, 1. Aber nur wenn Du Zeit u. Ruhe hast. Der lieben Tante <re. Rand> innige Grüße u. Wünsche. Ebenso dir Dein Eduard.
[Kopf] Begabung u. Studium gestern an Teubner abgesandt.