Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 20. Dezember 1916 (Garmisch-Partenkirchen, Postkarte)


<Poststempel> Garmisch-Partenkirchen, 20.12.16
Liebe Freundin! So sehr ich mich freue, daß Du kommst, muß ich Dich doch schonend vorbereiten, daß es jetzt hier geradezu ekelhaft ist. Nichts als Juden u. schauerliche Scheuchen, eine einzige Hasenheide. Im Hause ist leider auch kein Platz; ich muß versuchen, Dich anderwärts unterzubringen, u. das bedeutet, daß wir nicht zusammen essen können. Fleischmarken mußt Du mitbringen. Brotmarken habe ich. Stückenzucker erwünscht. Butter gibt es hier garnicht mehr. Jedenfalls der unruhigste u. ungünstigste Zeitpunkt des Zusammenseins. Es wird hier viel Toilette gemacht. Wird es zu ungemütlich, reisen wir fort. Verzeih m. negative Stimmung, aber Du erinnerst Dich unsrer Erfahrungen von 1913. Jetzt ist es noch schlimmer. Viele herzl. Grüße an die Tante u. Dich. Schreibe, mit welchem Zuge Du kommst. <li. Rand> Herzlichst Dein Eduard.