Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 20. Juni 1917 (Leipzig)


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20.6.17.
Liebste Freundin!
Soeben erhalte ich einen offnen, unscheinbaren Brief folgenden Inhaltes:
Hochgeehrter Herr Kollege!
Gestatten Sie mir die ergebene Anfrage, ob Sie prinzipiell bereit wären, einer Berufung an unsere Fakultät Folge zu leisten. Vorläufig bitte ich, diese Anfrage noch vertraulich zu behandeln, da sie zunächst nur meiner persönlichen Information dienen soll für die Erstellung der Besetzungsvorschläge nach fr. Jodt. Sehr dankbar wäre ich, wenn Sie [über der Zeile] mir mit Rücksicht auf die gegenwärtigen Postverhältnisse Ihre Antwort bald zukommen ließen.
Hochachtungsvollst
Ihr ergebenster
A. Dopsch
z. Z. Dekan der philos. Fakultät
a. d. Universität Wien.
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Damit stehe ich vor einer weittragenden Entscheidung. Politik und Gesundheit enthalten beide ein pro und ein contra. Ich schreibe gleichzeitig an Riehl, wäre Dir aber dankbar, wenn Du mir Deine Meinung, der ich durch nichts vorgreifen will, recht bald ebenfalls mitteilen wolltest.
In Eile mit herzlichsten Grüßen
Dein
Eduard.

[] Habt ihr Regen gehabt? Hier keine Spur!