Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 26. Dezember 1917 (Leipzig)


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26.XII.17.
Liebste Freundin!
Du hast mir wieder unendlich viel Freude bereitet. Der Spazierstock entspricht völlig meinem Geschmack. Außerdem brauche ich längst etwas zum Hauen. Das Kränzchen hat bei mir um 4 Uhr gebrannt. Der Schwammbeutel wird morgen eingeweiht. Siegellack höchst wichtig, da die von mir gekaufte Stange Pech (70 Pf.) sich wenig eignet. Seife allein brauche ich nicht. Für alles meinen innigsten Dank, der mündlich noch herzlicher kommen wird. Denn jetzt heißt es mal wieder Entschlüsse fassen. Wenn Du mein Dasein in den sog. Ferientagen mit angesehen hättest, so würdest Du mich
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| bemitleiden und verstehen. Dabei war es am 24. bei Biermanns sehr herzlich und schön, auch gestern bei Kruegers wohltuend und vielversprechend für die Zukunft. Morgen um 9 fahre ich ab, bin um 11.59 in Berlin, um ½ 1 beim Minister, um 2 bei ihm zu Mittag, um 5 zu einer Frauenschulkonferenz am alten Botan. Garten, abends bleibe ich in Pestalozzistr. nächsten Vormittag bei Riehls. Gegen Abend in Leipzig. Dort möchte ich Deine genaue Nachricht vorfinden, ob ich am 29. um 8.46.  12.12 oder 2.15 hier abfahren soll; ob wir uns im Wartesaal II. Kl. dort treffen und wann, und wo Scheibes wohnen (vergessen.) Sollte ich in Halle Wohnung nehmen, denke ich an Stadt Hamburg.
Ich füge heut nichts hinzu, da ich für
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| morgen noch allerhand Aufstellungen machen muß und dieser Brief eilt. Der lieben Tante und Dir für Worte und Gaben tausend Dank und innige Grüße.
Dein
Eduard.

Herzliche Weihnachtsgrüße vom Philosophisch-pädagogischen Seminar!
Eduard Spranger
Hugo Richter, Fam.
und die freundlichen Helferinnen:
Felicitas Kolde,
Johanna Wezel,
Joh. Kiehm
Nelly Pelargus
Luise Engelhard
Hedwig Burgheim
Gertrud Stern
Luise Speckenbach