Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 14. Mai 1918 (Leipzig, Postkarte)


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14.5.18. Liebste Freundin! In diesen Tagen mußt Du viel Nachsicht mit mir haben. Es ist so viel zu tun, daß ich es mit Mühe schaffe. Und doch hätte ich Dir so viel zu schreiben! Hoffentlich hast Du gute Stunden und Tage mit Frau Weise! Ich bekomme jeden Tag 3 Einladungen und lehne das meiste ab. Die Frühlingsfahrt war nett. In der Elekt. trafen wir - - - das Ehepaar Volkelt! Mittwoch
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| war ich bei Strümpell (interessantes Gespräch mit Pembaur) u. kam um 1 nach Hause. Dissertationen u. Prüfungsarbeiten, Vorlesungen u. Übungen schwellen an. Die Werttheorie ist nicht leicht. Nun das Wichtigste: ich muß leider am 3. Feiertag zu einer Sitzung nach Berlin (ganz unwesentlicher Gegenstand) plane am 4. zurück zu sein. Am 23. Frau Biermanns Geburtstag. Über unsre Pläne im Brief! - Gestern kam Telegramm des Herrn Lißmann Frankfurt a. M., daß Hans Heyse in der Schweiz eingetroffen ist. Ich habe es gleich den Eltern weiter nach Bremen telegraphiert u. bin sehr glücklich. Im Moment muß ich zu der Dichterin Frau Ilse v. Stach, dann Schulausschußsitzung, dann Vorbereitung für morgen. Du begreifst, dass da wenig Zeit übrig bleibt. Sei also milde und gut u. fühle mein Gedenken. Ich grüße Dich tausendmal und bin Dein Eduard.
[li. Rand] Heut sah ich das neue Klingerbild in der Aula: " ein eigen Ding."
[Kopf] Ich soll die Figuren //zeichnen// für den Volkeltaufsatz!