Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 27. Juni 1918 (Leipzig, Ansichtskarte)


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27. 6. Liebste Freundin! Heute war ich nur 1 Stunde in Hast zu Hause u. komme erst um 9 wieder heim. Da war es mir dann sehr lieb, daß ich gestern nach der Fakultätssitzung noch Deinen lieben Brief vorfand in dem Packet mit den herrlichen Gaben, von denen jede mir ein gutes Wort sagt u. jede wertvoll ist durch Dich. Auch Deine Zeilen von heut waren meine eigentliche stille Feier. An Briefen, Blumen, Torten u. anderen Zeichen guter Freundschaft fehlt es nicht. Ich bin zufrieden, u. fühle doch ein wachsendes Problematische eben an jener Stelle, die ich schon einmal andeutete u. über das zu reden es Zeit wird. Alle meine Hoffnungen gelten daher dem August. Freilich sind wir von Kühlmann, dem "......" , sehr abgekühlt worden. Aber <li. Rand> mein Herz ist warm u. ganz bei Dir und sagt <re. Rand> Dir Dank!
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| <Kopf> Rührende, aber sehr angreifende Feier bei Biermann. Ich hoffe, wenn ich irgend Kraft habe, am Sonntag einen Brief zu schreiben. Es liegt unendlich <li. Rand> viel Stoff vor. Wie gern hätte ich Dich heut hier: aber Zeit <Fuß> für uns bliebe gerade in diesen Tagen nicht. Also laß uns Geduld haben.
[Kopf, S.2] Die liebe Tante hat mich durch einen herzl Brief erfreut. Mutest Du Dir mit dem vielen Fahren nicht zu viel zu?
[re. Rand,S.2] Vater Oesterreich 21.6. †. Sohn äußerster Pessimismus.