Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 2. August 1918 (Leipzig, Postkarte)


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<Poststempel: 2.8.18>
Liebste Freundin! Verschiedene dunkle Stellen des Lebens sind mir in letzter Zeit klar geworden. Hingegen schlummert noch in williger Verborgenheit, was Du mit der "Schirmhülle" meinst. Der andre Hauptpunkt, die Schuhbürste, "leuchtet mir ein". Nichts ist dem Menschen so wichtig, als seine Stiefel zu bürsten;
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| wenn er nämlich noch welche hat. Aber eine Schirmhülle habe ich nicht. Vielleicht meinst Du den schwarzen Lederriemen. Diesen werde ich nehmen, wenn er für die Art meiner Verpackung lang genug ist. Sonst den gelben. Sollte also unter der Schirmhülle verborgen etwas andres gemeint sein, so mußt Du schon telegraphieren oder Eilkarte schreiben. Denn Montag früh erreicht mich keine Post mehr. - Kragen (Nr. 41) sind immer erwünscht, wennschon im Moment nicht dringend. Nötiger sind Vorhemden, und ganz nötig Nachthemden, von denen ich tatsächlich nur noch 2 (d. h. das reichsgesetzliche Maß) besitze. Also Auf Wiedersehen in Wilhelmshöhe 7.10 wenn Du kannst. Die Züge nach Göttingen passen; doch habe ich sie nicht notiert. Offiziell ist noch nichts. Herzlichste Grüße Euch beiden in großer Vorfreude
Dein Eduard.