Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 3. November 1918 (Görlitz, Postkarte)


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Görlitz, im Zuge nach Bautzen
3.XI.18
Liebste Freundin!
Es ist mir nicht leicht geworden, in diesen bewegten Tagen von L. fortzugehen, zumal ich kurz vorher 2 dringende wichtige Briefe aus Berlin erhielt, die eigentl. mein ganzes Nachdenken erfordert hätten. Ich war gegen ½ 12 in Dresden, ging bis zur Elbe, aß in unsrem Hôtel sehr gut für 8.25. Um 3 Weiterfahrt. Nach 6 in Görlitz, an der Bahn Verfehlen mit dem Bürgermeister. Villa weit draußen. Gleich nach mir erschien Frau Weinel. Abendessen bis ½ 8. Um 8 ¼ Anfang der Rede, bis 10 Min. vor 10. Ungeteilte Aufmerksamkeit der ca 120 Hörer u. Beifall. Ob tiefere Wirkung, nicht zu erkennen u. zweifelhaft.
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| Weinel kam nicht zur 2. Hälfte. Dann Abend mit sehr gutem Wein bei Weinels. Sie läßt herzlich grüßen, seit 1905 äußerl. unverändert. Um 1 zu Hause. Heute Blick in die Stadt. Fahre jetzt nach Bautzen, wo ich mich mit Rolle treffe. Was bringen die nächsten Tage? Herzlich Dein Eduard.
[li. Rand, S.1] Bürgermeister u. Frau sehr angenehme Leute.