Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 16. Juni 1919 (Leipzig, Kartenbrief)


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16.6.19.
Mein Liebes! Hoffentlich machst Du gute Fortschritte und bist von den Schmerzen wie von den schlechten Nachrichten schon befreit. Ich denke Deiner stündlich und hoffe, daß diese Art Gesundbeten etwas nützt.
Bei mir begann heut morgen um ½ 8 ein unruhiger Tag. Staatstelegramm ladet mich zur Teilnahme an Besprechungen über die zu erwartende Antwort der Entente ein. Ich muß mich also heut um 2 wieder auf die Bahn setzen u. alle Vorlesungen schwimmen lassen. Sage dem Onkel (mit verehrungsvollem Gruß) ja, daß m. Adresse mindestens bis Mittwoch Mittag Charlottenburg, Pestalozzistr. 9a ist. Ich würde es schmerzlich entbehren, ohne Nachricht von Deinem Ergehen zu sein. Tausend innige Wünsche u. Grüße Dein etwas gehetzter Eduard