Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 26. Oktober 1919 (Leipzig, Postkarte)


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26.X.19. Nachm. Liebste Freundin!
Ein Wiedersehen ist nicht nur wünschenswert, sondern eine Notwendigkeit. Ich freue mich von Herzen darauf. Aber zweierlei: 1) einrichten auf unbestimmte Dauer; denn mit der Eisenbahn kann es auf unbestimmte Dauer plötzlich alle sein. 2) freie Zeit habe ich eigentlich nie. Du mußt vorlieb nehmen mit den Essenszeiten u. den Zwischenpausen. Auch
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| kann jetzt jeden Tag eine Reise nach Berlin notwendig werden. Bitte teile mir genau mit, wann Du dort sein wirst, und wo Du wohnst. Ev. paßt es so, daß ich Dich hole. Nur vom 31. abds bis 3. früh werde ich vielleicht, wenn es geht, von hier fortreisen, um irgendwo [über der Zeile] ?? in Ruhe eine wichtige u. dringende Arbeit zu erledigen. Aber vor dem 5. oder 6. würde ja wohl auch nach Deiner Zeiteinteilung Dein Eintreffen hier nicht wahrscheinlich sein. Für Berlin sage ich noch, damit Du nicht etwa vergebliche Wege machst, daß Riehls jetzt Viktoria-Luiseplatz 12 IV wohnen. Doch soll das kein Animieren zu einem Besuch sein. - Du bist zu bedauern, mein Armes, aber ich auch. Gestern war die 1. Beratung über m. Nachfolger. Geht nicht glatt; und in Berlin ist die Sache noch immer nicht perfekt, so daß ich heut energisch gedrückt habe. Ich schaffe aber Ungeheures. Heut morgen 10 Briefe. Nimm mit diesem Gruß vorlieb in wortlosem Verstehen u. treuem Gedenken Dein Ed.
[li. Rand] Frau Direktor wird Dich in einem ungeheizten Zimmer warm empfangen.