Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 9. März 1920 (Leipzig, Postkarte)


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9.III.20. Liebste Freundin! Schon gestern habe ich Dir eine Karte geschrieben. Sie ist aber anscheinend, als ich sie in den Kasten trug, auf rätselhafte Weise verloren gegangen. Hier das Wichtigste noch einmal: Brief und Packet Nr. III. mit herzlichster Dankbarkeit erhalten. Befinden seit einigen Tagen besser. Arbeit maßlos. Landesschulkonferenz noch nicht fest, vermutlich nächste Woche. Ich plane, am 25.III. spätestens hier fertig zu sein u. bitte um Angabe der
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| Züge nach Heidelberg. Zum Einpacken möchte ich Dich nicht bemühen. - Reise hin u. zurück kostet 150 M ca. Sollte aber Kraft nicht ausreichen, kommt noch Bitte oder Telegramm. Jetzt bin ich bei den ca 60 Abschiedsbesuchen u. lese jeden Tag 1-2 Dissertationen. Strümpell, der mir vorgestern sagte, ich sähe gut (!?) aus, werde ich auch noch besuchen. Ich bitte um Angabe, wie am 30. Juni die Sparkasse stand. (Steuererklärung.) Schreiben kann ich jetzt kaum noch. Sollte Plan sich ändern, bitte ich, zu ev. Zusammentreffen an 3. Ort bereit zu sein. 10 Tage. Erholung vor dem 7. April jedenfalls nötig. Lage in Berlin noch ungeklärt.
Viel herzliche Grüße u. Wünsche, auch an Frl. Knaps
immer Dein Eduard.