Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 18. April 1920 (Corbetha, Postkarte)


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Corbetha, den 18. April 1920
Liebste Freundin! Nach recht guter Fahrt von 10-5 habe ich heut das Vergnügen 1 ¾ Stunden auf den Frankfurter Schnellzug zu warten, von denen man sagt: "er gehe heute." Ich hoffe also bald in Leipzig zu sein und heut noch mit dem Packen anfangen zu können.
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| Leider habe ich noch keine Antwort von Frl. Guttmann - sollte sie aber jetzt noch nach Heidelberg kommen, dann telegraphiere mir den wichtigsten Inhalt. - In Würzburg war ein billiges u. geordnetes Leben. Bayern stockt sein Militär ordentlich aus u. veranstaltet Artillerieübungen! Hast Du gelesen, daß Bartram wegen nationalkommunistischer Umtriebe verhaftet ist. Vielleicht braucht man mich noch als Zeugen. - Ich habe Dir noch zu danken für den Zahnbürstenbehälter, den ich zunächst als geliehen betrachtete. Bei glattem Verlauf werde ich in den nächsten Tagen nicht schreiben. Im günstigsten Fall kann ich schon am Donnerstag abreisen. - Auf der Schulkonferenz sind sie sich ordentlich in die Haare geraten. Viel herzliche Grüße, auch unsrer Freundin Dein Eduard.