Briefwechsel Eduard Spranger/Käthe HadlichBibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Eduard Spranger an Käthe Hadlich, 13. Oktober 1920 (Berlin, Postkarte)


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Berlin, den 13. Oktober 1920.
M. L.!
Nach glatter und nicht zu anstrengender Fahrt, allerdings ab Frkft mit 8 Leuten im Abteil, hier pünktlich u. ganz <Wort unleserlich> am Anhalter Bhf. angetroffen. Mit Joh. Wezel promenierte ich noch ½ Stunde auf dem Frankf. Bahnsteig u. wurde von ihr mit 1 Stück Butter (!) beglückt. Dir danke ich herzlich für die reichen guten Gaben, die z. T. noch unberührt sind. Hier alles in Ordnung, jedoch ein Berg Post, darunter manches Ärgerliche, jedoch nicht die erwarteten Sachen. Ich habe mich noch 3 Stunden ins Bett gelegt, während dessen wurde die Klingel abgerissen. Also mitten drin! - Die Anzüge etc. sind, wie ich voraussah, noch nicht geliefert! - Anthrazit ist nicht zu bekommen. Entweder also muß ich in das Balkonzimmer ziehen, oder der Ofen muß wieder umgebaut werden. Du siehst, nach den seligen Tagen beginnt die Epoche der Leiden.
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| Wundts Lebenserinnerungen lagen auch auf d. Schreibtisch. Ebenso 5 schöne Aufsätze v. Cassirer. Ich will jetzt schnell das Wichtigste erledigen, dann Kaffeetrinken gehen u. wenn ich mich frisch fühle, was eigentlich garnicht der Fall ist, noch zu Riehls. Dieser Karte sage ich weiter nichts, als daß ich angekommen bin, und Dank für Dich und alle weiblichen Insassen des Hauses Rohrbacherstr. 24, die mich auf den Schub gebracht haben. Mit innigen Grüßen immer noch bei Dir Dein E.
[li. Rand S. 1] <umkringelt> Bitte wenn Packet noch nicht abgegangen, 20 Stück v. diesem Format à 1 M Neugasse 9 zu kaufen.